Maronen waren „Brot des armen Mannes“

Esskastanien sind in den Wintermonaten besonders schmackhaft

Gerhard Bungenstock hat frisch geerntete Maronen aus der Region im Sortiment.

Zu einem gemütlichen Fernsehabend gehören für viele Leute Knabbereien wie Salzstangen und Chips. Eine viel gesündere Alternative sind jedoch geröstete Maronen – die knackigen Esskastanien, die derzeit frisch geerntet auf dem Wochenmarkt angeboten werden. Beispielsweise am Stand von Gerhard Bungenstock. „Meine Maronen stammen von Bäumen aus der Region“, betont der Obst- und Gemüsehändler. Er selbst isst sie am liebsten, wenn sie frisch geröstet aus dem Backofen kommen und die Familie von dem köstlichen Duft angelockt wird. „Die Maronen werden auf der Oberseite kreuzweise eingeritzt, auf ein Backblech gelegt und im vorgeheizten Backofen etwa 20 Minuten geröstet“, so Bungenstock. Sie sind fertig, wenn sich die eingeschnittenen Spitzen öffnen und leicht nach außen biegen. Heiß lassen sie sich am besten schälen, und heiß schmecken sie natürlich auch am besten.

Maronen galten früher als „Brot des armen Mannes“. Längst jedoch gelten sie als „Edelkastanien“, die in den Wintermonaten am besten schmecken. Dass „Castanea sativa“ zu den ältesten Nutzpflanzen der Welt gehören, ist wohl kaum bekannt. Sie wachsen an den bis 35 Meter hohen Maronen-Bäumen und haben kleine dicht stachelige Hüllen, die mit etwas Fantasie an einen kleinen, grünen Massageball erinnern. Die nicht essbaren Rosskastanien haben zwar auch eine stachelige Hülle, die Stacheln stehen aber weiter auseinander. Jede Esskastanie ist von einer braunen holzig-weichen Schale umgeben und läuft am oberen Ende leicht spitz zu. Unter der Schale verbirgt sich das zum Verzehr geeignete gelb-weiße Fruchtfleisch. An ihrer glänzenden und glatten Schale ist übrigens ihre Frische zu erkennen. Maronen mit einer stumpfen Schale haben meist eine längere Lagerung hinter sich.

Maronen, die es auch schon vorgegart im Handel gibt, lassen sich vielseitig zubereiten und genießen. Die zur Familie der Buchengewächse gehörende Nussfrucht hat viele Vitamine und Mineralstoffe. In 100 Gramm Esskastanien stecken 192 Kalorien und nur zwei Gramm Fett. Sie sind somit ein leichter und gesunder Winter-Snack, der Abwechslung auf den Teller bringt – gedünstet, als Püree oder als Suppe. Ein Versuch ist außerdem die Zubereitung einer Maronentorte wert.

Maronentorte mit Vanillecreme

Zutaten: Sechs Scheiben Tiefkühl-Blätterteig, eine Vanillecreme und eine Maronencreme.
Für die Vanillecreme werden vier Eigelb, 125 Gramm Zucker, 30 Gramm Stärkemehl, ein halber Liter Milch und eine Vanilleschote bereitgelegt.
Für die Maronencreme 70 Gramm weiche Butter, 70 Gramm Puderzucker, ein Päckchen Vanillezucker, ein Esslöffel Kakaopulver, Puderzucker zum Bestäuben und etwa 400 Gramm Maronenpüree.

Zubereitung: Die aufgetauten Blätterteigscheiben auf Backpapier sehr dünn ausrollen, eine Schablone oder einen Teller von etwa 22 Zentimetern Durchmesser darauflegen und den Teig mit einem scharfen Messer ausschneiden. Die Teigplatten vor dem Backen 15 Minuten ruhen lassen. Dann mit Wasser bepinseln, mit einer Gabel einstechen und im vorgeheizten Backofen bei etwa 220 Grad etwa fünf Minuten goldgelb und leicht blättrig backen.

Für die Vanillecreme Eigelb und Zucker hell schaumig schlagen. Das Stärkemehl einsieben, von der Milch einen achtel Liter abnehmen und mit der Masse verrühren. Die Vanilleschote aufschlitzen, auskratzen und Mark und Schote mit der restlichen Milch zum Kochen bringen. Den Topf vom Herd nehmen, die Vanilleschote entfernen, heiße Milch in die Eimasse rühren. Creme in Topf umfüllen und unter ständigem Rühren kurz aufwallen lassen. Dann die Creme in eine Schüssel füllen und immer wieder umrühren.

Für die Maronencreme Butter, Puderzucker und Vanillezucker schaumig schlagen, das Püree einrühren und zuletzt mit Kakaopulver abschmecken.

Wenn die Vanillecreme ausgekühlt ist, drei Blätterteigböden mit Maronencreme bestreichen – etwas für die Verzierung zurückbehalten. Zwei Blätterteigböden mit Vanillecreme bestreichen. Die Tortenböden abwechselnd aufeinandersetzen, erste und letzte Schicht ist Maronencreme. Den sechsten Boden mit Puderzucker bestäuben und aus der restlichen Maronencreme acht Rosetten daraufspritzen. Diesen Boden aufsetzen und die Torte vor dem Anschneiden etwa eine Stunde in den Kühlschrank stellen. sto

 

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