Herr von Ribbeck hätte seine Freude dran

Birnen aus heimischem Anbau auf dem Wochenmarkt

Hartwig Fischer hat die ersten Herbstbirnen aus eigener Ernte im Sortiment

Schon Theodor Fontane hat für sie geschwärmt und ihnen mit seinem Gedicht „Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“ (ein Birnbaum in seinem Garten stand   …) ein Denkmal gesetzt. Am heutigen Donnerstag beginnt die „goldene Herbsteszeit“, wie der märkische Dichter die dritte Jahreszeit nannte. Die Birnen aus regionalem Anbau sind nun reif und können geerntet werden. Die ersten frisch gepflückten Früchte gibt es bereits an einigen Ständen auf dem Wochenmarkt. Beispielsweise bei Hartwig Fischer.

„Wir haben vor wenigen Tagen mit der Ernte der Köstlichen begonnen“, so der Obst- und Gemüsehändler. Diese alte Birnensorte mit dem vollständigen Namen „Die Köstliche von Charneux“ wird in Norddeutschland auch „Bürgermeisterbirne genannt. Sie schmeckt süß und saftig und ist weniger säurearm. Derzeit ist sie noch etwas hart, da die Saison gerade erst begonnen hat. Mit der Sorte „Conférence“ bietet der Händler eine weitere alte Sorte, diese jedoch bezieht er von einem Obstbauern aus dem „Alten Land“.

Birnen sind ebenso gesund wie Äpfel, schmecken meist nur süßer, weil sie weniger Fruchtsäure als Äpfel besitzen. Sie sind roh verzehrt ein Genuss, schmecken aber auch lecker im Kuchen, als Kompott, in einem Salat mit Walnusskernen und gewürfeltem Schinken oder mit Preiselbeeren gefüllt zum Reh- oder Wildschweinbraten.

Ein Klassiker ist das Dessert „Birne Helene“, das durch den Spielfilm „Pappa ante Portas“ von Loriot eine Renaissance erfuhr – allerdings erst nach einer langen Diskussion über das richtige Rezept. Und Rezepte für „Birne Helene“ gibt es so einige. Folgende Zubereitung gehört zu den traditionellsten.

Zutaten für vier Personen: vier saftige Birnen, eine halbe Zimtstange, ein Esslöffel Zucker, eine Packung Vanilleeis, Zitronensaft, 100 Gramm Kuvertüre und geschlagene Sahne. Zubereitung: Birnen schälen, halbieren, entkernen, in wenig Wasser mit der Zimtstange und dem Zitronensaft einige Minuten bissfest köcheln, herausnehmen und abtropfen lassen.

In der Zwischenzeit mit einem Portionierer je zwei Eiskugeln in Glasschalen geben und je zwei Birnenhälften daraufsetzen. Zum Schluss die während der Kochzeit der Birnen erhitzte Kuvertüre auf den Birnen verteilen und mit einem Klecks Sahne dekorieren. Nach dem französischen Originalrezept werden nun noch kandierte Veilchen darüber gestreut.

Übrigens: Wer wissen möchte, woher die Birne ihren Namen hat, sollte das Buch von James Winter „Wie die Helene zur Birne kam“ lesen. Eine Erklärung dort ist, dass das Dessert nach der schönen Helena benannt sein könnte.


In eigener Sache:
Der Dewezet-Bericht vom Hamelner Wochenmarkt zieht um: Von der kommenden Woche an erscheint er – pünktlich zum Markttag – immer am Mittwoch auf unserer „Rückseite“!

← Zurück