Die Riesen-Beeren sind reif

Auf dem Markt hat die Kürbissaison begonnen

Erika Pook mit frisch geernteten Hokkaido, Butternut und „Gelben Zentnern“.

Auf dem gestrigen Wochenmarkt war es nicht zu übersehen: Die Saison einer der größten Beeren der Welt ist eröffnet. An allen Obst- und Gemüseständen zogen Hokkaido, Butternut und Co. die Blicke auf sich.

Dass das Kürbisse sind, weiß jeder. Weniger bekannt aber ist, dass das leckere Fruchtgemüse botanisch betrachtet eben zu den Beeren gehört. Als Beerenfrüchte werden nämlich Früchte bezeichnet, deren Samen im Fruchtfleisch eingebettet sind, wie das beispielsweise auch bei Tomaten, Melonen und Gurken der Fall ist. Die Frage, ob Kürbisse zur Gattung Obst oder Gemüse gehören, hat lange Zeit für Diskussion unter Botanikern gesorgt. Kürbisse müssten dem Obst zugeordnet werden, appellierte die eine Gruppe. Falsch, Kürbisse gehörten zum Gemüse, widersprach die andere Gruppe. Da in beiden Behauptungen ein wahrer Kern liegt, wurde schließlich mit der Bezeichnung „Fruchtgemüse“ ein Kompromiss gefunden.

Ob Obst oder Gemüse – lecker, kalorienarm, gesund und vielseitig sind die bunten „Riesenbeeren“ allemal. Es gibt sie in verschiedenen Farben, Musterungen und Größen. „War früher der große gelbe Zentner der Favorit, werden heutzutage kleinere Züchtungen immer beliebter“, weiß Obst- und Gemüsehändlerin Erika Pook aus Fuhlen. Mittlerweile gebe es sogar kleine Exemplare, aus denen sich ein leckeres Vorsüppchen löffeln lasse. „Suppentassenkürbis“ wird das verzehrbare Geschirr deshalb genannt. Auch Kürbisse speziell für die Mikrowelle seien keine Seltenheit mehr. Auf dem Hof Pook wurde die Kürbissaison Ende August mit der Ernte von Hokkaido, Butternut und der Bischofsmütze eröffnet. „Bischofsmützen eignen sich wunderbar zum Füllen“, betont Erika Pook. Der Fantasie seien keine Grenzen gesetzt. Deckel abschneiden, den Kürbis entkernen und etwas aushöhlen, eine Füllung mit oder ohne Hackfleisch hineingeben, etwas Olivenöl darüberträufeln, bei Bedarf etwas geriebenen Käse dazu, Deckel drauf und im vorgeheizten Backofen bei 200 Grad (je nach Ofen) etwa eine Stunde backen. Wer möchte, kann den ausgehöhlten Kürbis zunächst ohne Füllung etwa eine halbe Stunde vorbacken und erst dann die Füllung hineingeben, deren Zutaten in der Zwischenzeit in einer Pfanne angebraten wurden.

Der Kürbis stammt aus Mittel- und Südamerika. Der Gartenkürbis soll von Christoph Kolumbus im Jahr 1492 auf Kuba entdeckt worden sein. Nach Europa gelangte „Cucurbita“ durch Seefahrer. Aus dem exotisch klingenden Namen wurde „Kurbitz“ und schließlich Kürbis.

← Zurück