Bratwurst geht immer

Was wäre der Wochenmarkt ohne des Deutschen liebste Grillspezialität?

Eine Bratwurst geht immer. Das weiß Dörte Meyer sehr gut.

„Eine deutsche Leidenschaft namens Nudelsalat“ – unter diesem Titel hat der syrisch-deutsche Schriftsteller Rafik Shami 2011 eine Erzählung herausgebracht, in der er den Nudelsalat quasi als kulinarisches Nonplusultra der Deutschen bezeichnet. Irgendwie ist er das ja auch, aber objektiv betrachtet gibt es tatsächlich ein Nahrungsmittel, das dem Salat den Rang abläuft – nämlich die deutsche Bratwurst vom Grill. Kein Fest ohne Bratwurst. Kein Wochenmarkt ohne Bratwurst. Auf dem Wochenmarkt Hameln ist die Wurst an zwei Ständen fertig gegrillt erhältlich – bei „Imbiss Stiller“ und „Imbiss Dörte Meyer“.

Witzig: Bereits kurz nach Eröffnung des Marktes brutzeln die ersten Würstchen und schicken ihren unwiderstehlichen Duft über den Rathausplatz. Zum Frühstück morgens um sieben Uhr schon Bratwurst essen? Funktioniert das denn? „Und ob“, weiß Dörte Meyer aus ihrer 14-jährigen Erfahrungen am Bratwurststand.

Bratwurst geht also immer – womit „bewiesen“ wäre, dass sie tatsächlich des Deutschen größte Leidenschaft ist. Das gilt natürlich auch für die Currywurst. „Auch die geht immer“, betont Dörte Meyer. Viele Marktbesucher runden das Bratwurstessen auf dem Wochenmarkt gern in geselliger Runde ab. Der gemeinsame Genuss hat übrigens schon etliche Markt-Freundschaften gestiftet.

Nicht nur fertig gegrillt ist die Wurst auf dem Markt erhältlich. An den diversen Wurst-, Fleisch- und Geflügelständen wird sie auch als „Rohling“ zum Selbstgrillen angeboten. Sollten nach einem Grillfest tatsächlich mal fertig gegrillte Würste übrig bleiben, kann daraus im Handumdrehen ein Salat zubereitet werden: Eine Marinade aus Öl, Weißweinessig, Senf, etwas Curryketchup, Pfeffer und Salz zubereiten, pikant abschmecken, kleine Bratwurstscheiben und reichlich Zwiebelringe, Schnittlauchröllchen und klein geschnittene Petersilie hinzufügen, umrühren, einige Minuten ziehen lassen und fertig.

Wer hat die Bratwurst erfunden? Waren es die Franken oder die Thüringer? Diese Streitfrage wurde bislang nicht geklärt. Die Thüringer haben die älteste urkundliche Erwähnung – nämlich eine „Bratwurstrechnung“ von anno 1404. Zu Ehren der Bratwurst wurde in Thüringen, in dem Ort Holzhausen, sogar ein „Bratwurst-Museum“ eingerichtet. Einem 2004 erschienenen Buch zufolge mit dem Titel „Die Bratwurst ist eine Fränkin“ sollen die Erfinder jedoch die Franken gewesen sein. Laut Buch soll der Ursprung der Bratwurst bei den Kelten liegen. Von dort soll sie über Rom nach Franken gekommen und „kultiviert“ worden sein. Egal, woher sie kommt – Hauptsache, sie schmeckt.

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