Jute oder Papier statt Plastik?

So wird auf dem Hamelner Wochenmarkt mit dem Tüten-Thema umgegangen

Hartwig Fischer gibt Plastik- und Papiertüten aus – vorzugsweise jedoch Papiertüten.

Alle wissen: Plastik schadet der Umwelt und sollte deshalb vermieden werden. Auch Plastiktüten, die auf den Wochenmärkten kostenlos herausgegeben werden, gehören dazu. Wie wird auf dem Hamelner Wochenmarkt mit Plastiktüten umgegangen? Eine kleine Stichprobe ergab, dass Plastiktüten zwar immer noch eine große Rolle spielen und an fast allen Ständen erhältlich sind, immer mehr Kunden aber darauf verzichten und eigene Taschen mitbringen. „Was soll der ganze Plastikkram? Alle, die daran festhalten, sollten mal in sich gehen“, betonte ein Kunde.

„Möchten Sie eine Tüte?“ ist auch auf dem Hamelner Wochenmarkt eine von den Standbeschickern häufig gestellte Frage. Die Kunden, die mit „Ja“ antworten, bestehen häufig auf einer Plastiktüte, zumindest beim Kauf von Obst oder Gemüse. „Weil Plastiktüten im Gegensatz zu Papiertüten nicht durchweichen und außerdem stabiler und wetterfest sind“, weiß Hartwig Fischer. Der Obst- und Gemüsehändler aus Haverbeck kommt den Kundenwünschen zwar nach, entscheidet sich aber häufig auch für Papiertüten. „Die Wahl der Tüte richte ich nach dem Produkt“, sagt er.

Am Stand von „Fisch-Meyer“ werden auch noch Plastiktüten herausgegeben. „Wir planen aber, im Herbst eine wiederverwendbare und kompostierbare Biotüte einzuführen“, sagt Norbert Meyer. Diese sei dann allerdings nicht kostenlos erhältlich. Bei Bernhard Kossack ist Plastik tabu. Der Apfel- und Gemüsehändler war der erste Standbeschicker, der bereits vor zwei Jahren konsequent auf Plastiktüten verzichtet hat. Bei ihm gibt es entweder Papiertüten oder Leinenbeutel, die er den Kunden auf Wunsch ausleiht. Viele seiner Kunden bringen ohnehin ihre eigenen Taschen mit. Beispielsweise Brigitte Jans. „Wo ist das Problem? Wer zum Markt geht, sollte sich vorher eine Tasche einstecken“, betont die Hamelnerin. Der Verzicht auf Plastik auf dem Wochenmarkt sei global gesehen zwar nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, aber ein kleiner und wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

Einen Leinenbeutel zum Ausleihen und zum Kaufen gibt es auch am Stand vom Marienhof Esperde. „Diese Beutel sind bei unseren Kunden sehr beliebt“, weiß Claudia Grecksch. Auch bei Friedrich Nagel sind Plastiktüten kein Thema. „Die bei mir gekauften Honiggläser werden meist in mitgebrachten Taschen verstaut“, betont der Imker. Nur schätzungsweise etwa fünf Prozent seiner Kunden verlangen eine Plastiktasche. Hannelore Kruse verpackt ihr Obst und Gemüse zwar auch in Plastiktüten, fragt die Kunden aber meist, ob sie eigene Taschen dabei hätten. Am Stand der „Vollkornblume“ sind Recyclingtaschen erhältlich.

Vom Hamelner Wochenmarkt berichtet

Christiane Stolte
Foto: sto

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