Köstlicher Frühlingsbote

Bärlauch hat Vitamin C und viel Aroma zu bieten

„Wenn der Bärlauch da ist, wird es Frühling“, sagt Gemüsehändler Ralf Schreeck. Foto: sto

Was machen Bären, wenn sie aus dem Winterschlaf erwachen, ausgehungert und entkräftet sind? Keine Frage, sie fressen und fressen, um wieder stark und fit zu werden. Ein besonderer Leckerbissen für Bären sind die würzigen Blätter des Waldlauchs. Wenn ihnen sein betörender Knoblauchduft in die Nase steigt, sind sie nicht mehr zu halten. Gierig verschlingen sie die grünen Blätter und siehe da – innerhalb weniger Tage kehren ihre bärenstarken Kräfte zurück. Einer Überlieferung nach soll der Waldlauch, auch wilder Knoblauch oder Hexenzwiebel genannt, deshalb den Namen „Bärlauch“ erhalten haben. Einer anderen Geschichte zufolge hat der Bärlauch seinen Namen den alten Germanen zu verdanken, die ihren Bärenschinken damit gewürzt haben sollen.

Namen sind Schall und Rauch, wie einst Goethe sagte. Fakt ist, dass der Bärlauch zu den essbaren Frühlingsboten gehört, gesund und schmackhaft ist und in einer Frühjahrskur nicht fehlen sollte. Seine Erntezeit hat gerade begonnen. Auf dem Wochenmarkt wurde er gestern an einigen Ständen angeboten. Beispielsweise am Stand von Ralf Schreeck. „Wenn der Bärlauch da ist, wird es Frühling“, betonte der Gemüsehändler. Er selbst hat sich bereits einige Blätter gegönnt, beispielsweise kleingeschnitten auf Spiegeleiern, in Rühreiern, im Salat, im Quark oder auf einem Butterbrot.

Bärlauch enthält viel Vitamin C, schwefelhaltige Inhaltsstoffe, Mineralsalze und ätherische Öle. Er soll blutreinigend wirken und deshalb ein idealer Begleiter einer Frühjahrskur sein. Seiner Verwendung in der Küche sind kaum Grenzen gesetzt. „Allium ursinum“, so der lateinische Name, eignet sich als Pesto, für Suppen, als Gemüsebeilage, für Smoothies oder zum Würzen. Lecker ist beispielsweise eine Bärlauchbutter. Bärlauchblätter in kleine Streifen schneiden, mit einem Stück Butter verrühren, salzen und mit einem Schuss Zitronensaft würzen.

Wer den Bärlauch selbst sammeln möchte, sollte sich vor dem Pflücken von seinem Knoblauchduft überzeugen, denn seine Blätter ähneln denen der giftigen Maiglöckchen und der Herbstzeitlosen. Zum Testen einfach ein Blatt zwischen den Fingern verreiben. Wenn es nach Knoblauch riecht, ist es Bärlauch. Ein Tipp für den Osterspaziergang: Zwischen der „Lauensteiner Platte“ und dem „Ithturm“ lassen Bärlauch und Lerchensporn in Hülle und Fülle das Herz der Wanderer höherschlagen.

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