Möhre im Farbrausch

Doch die Sorte „Purple Haze“ setzt nicht nur optische Akzente

Wer derzeit auf der Suche ist nach einem schmackhaften Gemüse, aber eigentlich schon alles probiert hat, was in den Wintermonaten auf dem Wochenmarkt angeboten wird, sollte es mal mit „Purple Haze“ versuchen. Gemeint ist natürlich nicht die gleichnamige Cannabis-Art und auch nicht das Lied von Jimi Hendrix aus dem Jahr 1967, sondern eine violette Möhrensorte mit einem orangefarbenen Innenleben.

Eine Neuzüchtung ist diese bunte Möhre nicht. „Sie geht zurück auf die Urmöhre“, erklärt Moos Lehmgrübner, Bioland-Obst- und Gemüsehändler aus Springe. Lediglich ihr moderner Name, der übersetzt so viel bedeutet wie „Purpurroter Dunst“, könnte den Anschein eines neuen Modetrends erwecken.

Purple Haze ist das Ergebnis einer Rückkreuzung mit einer violetten, vermutlich aus dem Orient stammenden „Urmöhre“. Die Kreuzungen wurden entwickelt, um ernährungswissenschaftlich erwünschte Eigenschaften der ursprünglichen Sorten wiederzugewinnen.

Es lohnt sich, die lila Möhre auszuprobieren. Sie ist rein optisch sehr ansprechend und deshalb äußerst dekorativ im Salat oder einfach so aus der Hand geknabbert – was bei Kindern super ankommt. „Wir essen sie gern im Feldsalat roh gerieben mit geriebener Pastinake und geriebener Petersilienwurzel“, so Lehmgrübner. Schälen der Möhren ist nicht unbedingt erforderlich, gründliches Waschen reicht.

Purple Haze schmeckt intensiver und etwas süßer als andere Möhrensorten. Außerdem ist sie reicher an Vitamin C, Vitamin B1 und Carotinoiden, vor allem Beta-Carotin. Die violette Färbung wird hervorgerufen durch den Pflanzenfarbstoff Anthocyan, der auch beispielsweise in blauen Trauben enthalten ist. Beim Kochen der Möhren mit anderen Gemüsesorten wird der Farbstoff an sie abgegeben. Durch das Kochen verliert das Lila der Karotte jedoch an Intensität.

Purple Haze können zubereitet werden wie „normale“ Möhren. Ihre Kochzeit ist jedoch etwas geringer. Lecker schmeckt die violette Möhre mit etwas frischem Ingwer, der entweder mit den gekochten Möhren vermengt oder in einer Soße abgeschmeckt wird.

Vom Hamelner

Wochenmarkt berichtet Christiane Stolte

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