„Eierfrüchte“ in lila

Ob gegrillt, frittiert oder gefüllt – in jeder Zubereitungsform sind Auberginen eine kulinarische Bereicherung

Derzeit hat Katharina Lehmgrübner noch Auberginen aus eigener Ernte im Sortiment.

Auberginen aus südlichen Gefilden oder aus niederländischen Gewächshäusern sind mittlerweile in den Supermärkten und auf dem Wochenmarkt das ganze Jahr über erhältlich. Aus regionalem Anbau gibt es sie jedoch nur in den Sommermonaten – wenn überhaupt, denn die „Eierfrüchte“, wie sie wegen ihrer ovalen Form auch genannt werden, mögen es gern richtig schön warm. Trotzdem gedeihen sie mit Glück und viel Sonnenschein auch auf den Feldern heimischer Gemüsebauern. Beispielsweise auf dem „Eschenhof“ in Springe.

An dem Stand des Biolandbetriebes auf dem Wochenmarkt zieht die eigene lila und lila-gestreifte Ernte derzeit die Blicke der Kunden auf sich. „Aber nicht mehr lange, denn die Saison neigt sich dem Ende zu“, betont Katharina Lehmgrübner. Einen „Auberginen-Engpass“ wird es dann aber trotzdem nicht geben, denn dann kommt das glänzende Fruchtgemüse wieder aus südlichen Ländern auf den Verkaufstisch.

Auberginen schmecken nicht nur lecker, sie sind auch sehr gesund. Sie bestehen zu etwa 90 Prozent aus Wasser und sind in rohem Zustand mit nur 17 Kilokalorien pro 100 Gramm sehr kalorienarm. Das Nachtschattengewächs enthält Kalium sowie vor allem in der Schale Vitamine der B-Gruppe sowie Vitamin C. Zum Rohverzehr sind Auberginen nicht geeignet, da sie Bitterstoffe und das giftige Alkaloid Solanin enthalten.

Aus botanischer Sicht ist die Aubergine eine Beere. In südeuropäischen Ländern wächst sie vorwiegend im Freien – so zum Beispiel in Italien, wo die Eierfrucht seit Mitte des 16. Jahrhunderts angebaut wird. Ursprünglich kommt das Gemüse aus asiatischen Ländern wie China und Indien. In China wurde sie bereits in vorchristlicher Zeit kultiviert. Die Sarazenen lernten sie in Arabien kennen und brachten sie vermutlich im 13. Jahrhundert nach Spanien. Weil die damaligen Sorten noch gelb oder weiß waren und die Form eines Hühnereis hatten, brachte ihnen das den Namen „Eierfrucht“ ein. Das Wort „Aubergine“ geht vermutlich auf den katalanischen Begriff für dieses Gemüse zurück. Von Spanien gelangte die Aubergine nach Italien und schließlich nach ganz Europa, wo sie zum wichtigen Bestandteil der mediterranen Küche wurde. In Deutschland wurde das Fruchtgemüse allerdings erst so richtig bekannt durch italienische Gastarbeiter. „Mille grazie“ dafür, denn Melanzani hat sich längst auch in deutschen Küchen zu einem delikaten Multitalent hochgearbeitet.

Gegrillt, frittiert, mariniert, gefüllt mit beispielsweise Hackfleisch, in Aufläufen oder zu Mus verarbeitet – in jeder Zubereitungsform sind Auberginen eine kulinarische Bereicherung. Sehr lecker schmecken außerdem „Auberginen-Pfannkuchen“.

Auberginen-Pfannkuchen

Zutaten für zwei Personen: 1 große Zwiebel, Olivenöl, 250 Gramm Auberginen, ein Teelöffel Currypulver, Salz, schwarzer Pfeffer, vier Eier.

Zubereitung: Zwiebel schälen und in Scheiben schneiden. In etwas Öl goldbraun braten. Aus der Pfanne nehmen. Auberginen waschen, trocknen, Stengelansätze abschneiden und Frucht in dicke Würfel schneiden. Noch etwas Öl in die Pfanne geben und darin die Auberginenwürfel rundherum anbraten und mit Curry, Salz und Pfeffer würzen. Etwas Wasser zugeben und aufkochen lassen. Bei kleiner Hitze in geschlossener Pfanne etwa zehn Minuten leicht köcheln lassen, bis die Auberginenwürfel weich sind. Dann Zwiebeln zufügen und unter Rühren kräftig kochen. Wenn die Flüssigkeit fast verdampft ist, die Masse in eine Schüssel füllen. Auf Zimmertemperatur abkühlen lassen. Eier verquirlen und unter die erkaltete Masse heben. Öl in einer Pfanne erhitzen und Auberginenmischung einfüllen. Bei schwacher Hitze etwa fünf Minuten braten. Während des Bratens die Pfanne immer wieder bewegen, damit der Pfannkuchen nicht anbrennt. Wenden. Dann die andere Seite weitere fünf Minuten braten. Servieren. Mit beispielsweise einem Joghurtdressing und einem Tomatensalat anrichten. Tipp: Wer den Pfannkuchen fester haben möchte, kann vor dem Braten unter die Auberginenmischung etwas Mehl rühren.

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