Groß in Geschmack und Vielfalt

Die Kürbissaison auf dem Hamelner Wochenmarkt hat begonnen

Hartwig Fischer präsentiert die ersten Kürbisse der Saison.

Butternut, Spaghetti, Muskat, Hokkaido, gelber Zentner, roter Zentner oder Türkenturban – die Liste der Kürbissorten ist lang, deshalb werden an dieser Stelle nur die gängigsten genannt. Eins haben alle gemeinsam: Ihre Zeit ist gekommen. Die Kürbissaison ist eröffnet. Das klassische Fruchtgemüse verkündet nun den Herbst, der am 1. September seinen meteorologischen Anfang nahm. In Supermärkten werden einige Kürbissorten das ganze Jahr über angeboten. Erntefrische Exemplare aus regionalem Anbau hingegen gibt es derzeit auf dem Wochenmarkt an nahezu allen Obst- und Gemüseständen – beispielsweise am Stand von Hartwig Fischer.

Grün, orange, gelb, cremefarben – der bunten Vielfalt der Kürbisse kann wohl kaum jemand widerstehen. Und so wird es noch bis zum ersten Frost bleiben. Bis dahin gibt es Kürbisse nahezu in Hülle und Fülle, denn: „Derzeit sieht es nach einem guten Kürbisjahr aus, zumindest, was Speisekürbisse betrifft“, betont der Landwirt aus Haverbeck. Obwohl die Saison erst begonnen habe, gebe es schon jetzt richtig dicke Exemplare unter den gelben und roten Zentnern. Kunden, denen die „Riesenfrucht“ zu schwer ist, lassen sich gern von Fischer eine dicke Scheibe abschneiden, damit der Transport nicht zu beschwerlich wird.

Kürbisse, die botanisch betrachtet große Beeren sind, und zwar wegen der harten Außenschicht „Panzerbeeren“, gehören genaugenommen zum Obst. Gemüse oder Obst? Das ist die immer wieder gestellte Streitfrage. Wissenschaftler haben einen salomonischen Kompromiss gefunden, nämlich: Fruchtgemüse. Das „fruchtige Gemüse“ gehört zu den ältesten Kulturpflanzen – älter als Mais und Bohnen. Bei dem Indianerstamm der Navajos soll der Kürbis eine heilige Pflanze gewesen sein. Kolumbus beschrieb sie als wichtigste Nahrungsquelle der Indios und Azteken. Durch die Seefahrer gelangten nach der Entdeckung Amerikas die Samen einiger Kürbisarten an europäische Fürstenhöfe und in die Klostergärten. Mittlerweile ist auch in deutschen Landen der Kürbis nicht mehr von der Speisekarte wegzudenken. Und er kann mehr als nur „süßsauer“. Das gesunde Fruchtgemüse enthält Mineralstoffe wie Magnesium, Kalium, Kalzium und Eisen, und er ist ein wichtiger Lieferant von Vitaminen und mit etwa 30 Kalorien pro 100 Gramm sehr kalorienarm. Das Beste an ihm aber ist seine Vielseitigkeit in der Küche. Für eine Kürbissuppe schwört nahezu jede Hausfrau auf ihr eigenes Rezept. Wie wäre es zur Abwechslung mal mit einer pikanten Kürbis-Pie?

Kürbis-Pie

Zutaten für etwa acht Stücke: Gut 200 Gramm Mehl, drei Eier, Größe M, 150 Gramm kaltes Schweineschmalz oder kalte Butter, Salz, ein gutes Kilo Kürbis (z. B. Hokkaido, der nicht geschält werden muss), Fett für die Form, 150 Gramm Crème fraîche, 100 Gramm Schlagsahne, etwas gemahlenen Zimt, Ingwer und Muskatnuss, 75 Gramm braunen Zucker. Zubereitung: 200 Gramm Mehl, ein Ei, Schmalz oder Butter in Stückchen, etwa einen halben Teelöffel Salz und zwei bis drei Tassen eiskaltes Wasser zügig zu einem glatten Teig verkneten. Zugedeckt etwa eine Stunde kalt stellen. Kürbis, je nach Sorte schälen, vierteln, entkernen und würfeln. Etwa ein Kilo Fruchtfleisch in wenig kochendem Salzwasser kurz garen. Gut abtropfen lassen. Vom Teig ein bis zwei Esslöffel für die Deko beiseitestellen. Rest Teig auf etwas Mehl rund ausrollen. In eine gefettete Pie- oder Springform legen, dabei am Rand etwas hochdrücken. Aus dem übrigen Teig Blätter und Blüten formen. Kürbis auf dem Teig verteilen, Crème fraîche, Sahne, zwei Eier, Gewürze und Zucker verrühren und über den Kürbis gießen. Teigfiguren darauflegen. Im vorgeheizten Backofen etwa eine Stunde goldbraun backen. E-Herd: 200 Grad, Umluft: 175 Grad, Gas: Stufe 3.

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