Es war zu lange zu kalt

Frostnächte im April sorgen für spätere Feld-Ernte – vermutlich wird es Anfang oder Mitte Juni

Ekkehard Wedeking verkauft derzeit unter anderem die Erdbeer-Sorte „Rumba“.

Ein Markttag wie im Bilderbuch: Herrlicher Sonnenschein, gut gelaunte Kunden, freundliche Händler und an jedem Obststand Erdbeeren, Erdbeeren und immer wieder Erdbeeren – so war es am vergangenen Samstag auf dem Wochenmarkt, und so wird es auch noch an vielen weiteren Markttagen sein, denn die Erdbeersaison mit Früchten aus der Region hat gerade erst begonnen. Zugegeben, Freilanderdbeeren lassen noch etwas auf sich warten. Derzeit werden vorwiegend Früchte aus Folientunneln geerntet, aber die schmecken genauso lecker wie die Freiländer.

Nach Auskunft der Landwirtschaftskammer startet die Feld-Ernte in diesem Jahr aufgrund der Frostnächte im April etwas später, vermutlich Anfang oder Mitte Juni, je nach Wetterlage. Rund 20 Prozent der Freiland-Erdbeeren sollen Frostschäden erlitten haben. Bei Erdbeeren, die unter Vlies gewachsen sind, gibt es weniger Verluste. Durch die Folie wird die Erde länger und nachhaltiger erwärmt, sodass die Erdbeeren schneller wachsen und ihnen die starke Abkühlung in den Nächten weniger schade. „Erfroren sind höchstens die, die am Tunnelrand gestanden haben“, erklärt Ekkehard Wedeking, Mitarbeiter im Familienbetrieb von Obstbauer Wedeking aus dem Schaumburger Land.

Die Blüten der Frucht haben sich schwarz verfärbt und seien dann abgestorben. Ob es in diesem Jahr weniger Erdbeeren vom Freiland geben wird, könne zum jetzigen Zeitpunkt nicht eingeschätzt werden. Anders verhält es sich bei Prognosen zur Apfel- und Birnenernte. „Der Frost hat erhebliche Schäden bei der Obstbaumblüte angerichtet“, bedauert nicht nur Wedeking. Es könnte somit sein, dass die Ernte karger ausfallen werde.

Auch die anderen Obst- und Gemüsebauern sind betroffen, beispielsweise Bernhard Kossack, Wolfgang Benditte und Hartwig Fischer. „Alle Pflanzen, die durch die warmen Tage im März in voller Blüte standen, haben durch die Frostnächte im April eins auf die Mütze bekommen“, bedauern die Marktbeschicker. Betroffen seien auch ganz frühe Kartoffeln, so Kossack. „Ebenso Johannisbeeren und andere Beeren“, ergänzt Erika Pook aus Fuhlen. Möglich ist außerdem, dass die Honigernte in diesem Jahr geringer ausfallen könnte, denn wo keine Blüten sind, gibt es auch keine Bienen. „Genaues lässt sich aber erst nach dem ersten Schleudern Ende Mai sagen“, betont Imker Fritz Nagel aus Hemeringen.

Nun wieder zurück zu den Erdbeeren. Wer kann ihrem einzigartigen Aroma widerstehen? Die süßen Früchtchen schmecken aber nicht nur lecker, sie sind auch sehr gesund. Sie bestehen zu 90 Prozent aus Wasser und liefern bei ihrem erstaunlich geringen Nährwert von 32 Kilokalorien pro 100 Gramm jede Menge Vitamine und Mineralstoffe wie Kalzium, Kalium, Eisen, Zink und Kupfer. Ihr Vitamin-C-Gehalt liegt höher als bei Zitronen und Orangen.

Ihre jetzige Form entstand Ende des 17. Jahrhunderts in Holland aus einer zufälligen Kreuzung zweier aus Übersee eingeführten Sorten. Wegen ihrer Form und ihres ausgeprägten Aromas erhielt sie den Namen „Ananas-Erdbeere“. Die Erdbeere gehört zur Familie der Rosengewächse. Botanisch gesehen ist sie keine Beere, sondern eine Scheinfrucht oder eine Sammelnussfrucht. Erdbeeren schmecken am besten frisch aus der Hand oder auf einem Kuchen, im Dessert, als Marmelade oder im Eis.

Lecker und kinderleicht zubereiten lassen sich Erdbeeren auch in einer Kaltschale. Große und kleine Schleckermäulchen können da kaum widerstehen.

Erdbeer-Kaltschale

Zutaten für vier Portionen: 400 Gramm Erdbeeren, 100 Gramm Zucker, Saft einer halben Zitrone, einen halben Liter kalte Milch und ein Beutel Suppenmakronen.
Zubereitung: Erdbeeren waschen, putzen und abtropfen lassen. Mit einer Gabel zerdrücken. Zucker und Zitronensaft einrühren und ein paar nicht zu große ganze Erdbeeren vorsichtig unterheben. Zugedeckt 30 Minuten in den Kühlschrank stellen. Kalte Milch einrühren. Vor dem Servieren Makronen obendrauf setzen. Wer es gehaltvoller mag, kann vor dem Servieren geschlagene Sahne unterheben

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