Blütenpracht im Blumenkasten

Geranien-Saison hat auf dem Hamelner Wochenmarkt begonnen

Am Stand von Friedrich Vollmer und an den anderen Blumenständen spielen Geranien nun die erste Geige.

Kaum eine andere Blume wird im Sommer so geliebt wie die Geranie. In den meisten Balkonkästen spielt sie mit ihrer bunten Blütenpracht die erste Geige. Es gibt allerdings auch Blumenfreunde, bei denen sie als spießig, langweilig und „unsexy“ gilt, ähnlich wie beispielsweise ein Gartenzwerg mit Gießkanne in der Hand. Wie sie zu diesem Ruf gekommen sein mag, soll an dieser Stelle nicht geklärt werden. Verdient hat es diese schöne Blume ganz bestimmt nicht, so abgekanzelt zu werden. Das findet auch Friedrich Vollmer. „Schauen Sie sich doch mal die herrlichen Blüten an. Daran ist doch nichts spießig“, betont der Gärtner aus Herkensen. An seinem Stand auf dem Wochenmarkt und auch an den anderen Blumenständen hat die Geranien-Saison kürzlich begonnen.

Dem bunten Blütenteppich kann wohl kaum jemand widerstehen. Da möchte man eigentlich sofort zugreifen, aber ist es derzeit nicht noch zu kalt, Geranien nach draußen zu stellen? Außerdem beginnen am morgigen Donnerstag die Eisheiligen, und am kommenden Montag steht die „Kalte Sophie“ in der Tür. Was passiert mit den Geranien, sollte es tatsächlich in den nächsten Nächten noch einmal Frost geben? „Geranien in Balkonkästen oder Schalen sollten dann mit einem großen Tuch, beispielsweise mit einem Bettlaken, abgedeckt werden“, empfehlen Friedrich Vollmer und Ulli Sporleder. Wer ganz sichergehen will, stellt die Gefäße nachts einfach ins Haus, in die Garage oder in den Keller. Vielleicht haben Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und die Sophie aber ein Einsehen und bleiben fern.

Geranien gibt es in zahlreichen verschiedenen Arten: aufrecht stehende Geranien, Klettergeranien, Hängegeranien, Blattschmuckgeranien, Duftgeranien, Schmetterlingsgeranien und Edelgeranien. Die hängenden und die aufrecht stehenden Geranien werden auf dem Wochenmarkt besonders gern gekauft. Ihre strahlende Blütenpracht wirkt in Kästen und Kübeln solo, lässt sich aber auch herrlich kombinieren mit anderen Sommerblumen, beispielsweise mit Petunien, Zauberglöckchen, Lobelien und Husarenknöpfchen. Eine Weihrauchpflanze sorgt für leuchtendes Grün und für einen angenehmen Duft. Aber auch Kräuter vertragen sich in einem Topf mit Geranien. Besonders hübsch sieht Rosmarin in Kombination mit Geranien aus. Geht nicht? Geht doch. Ein Versuch lohnt sich.

Eigentlich ist der umgangssprachliche Name „Geranie“ für die beliebteste Balkonblume botanisch gesehen nicht korrekt, denn unter „Geranium“ versteht der versierte Gärtner die Gewächse der „Storchenschnäbel“. Die Geranien heißen richtig „Pelargonien“. Sie stammen ursprünglich aus Afrika.

Es ist nicht belegt, wann oder wie genau die ersten Pelargonien nach Europa kamen. Um das 17. Jahrhundert sollen Kaufleute angefangen haben, die Pelargonien-Arten zu importieren. Fälschlicherweise wurden sie zur damaligen Zeit als Geranium bezeichnet und erhielten so durch den Volksmund die Bezeichnung Geranie. Erst um 1789 wurde die Pflanze der Gattung Pelargonium zugeordnet. In ihrer Heimat und auch in hiesigen Gefilden ist die Vielfalt kaum zu messen – und jedes Jahr kommen zahlreiche neue Sorten hinzu.

Geranien, alias Pelargonien, vertragen einen sonnigen Standort. Gegossen werden sollten sie mit Fingerspitzengefühl. Zwar benötigen sie reichlich Wasser, vertragen aber keine Staunässe. Bei Staunässe nämlich können sich Krankheiten entwickeln oder die Blume beginnt zu faulen. Wird zu wenig gegossen, können Wachstums- und Blütenprobleme auftreten. Alle zwei bis drei Wochen sollten beim Gießen die Balkon-Geranien auch gedüngt werden – sofern kein Langzeitdünger beim Einpflanzen mit in die Erde eingebracht worden ist. Gern stehen die Blumenhändler auf dem Wochenmarkt den Kunden mit Rat und Tat zur Seite.

← Zurück