Blutrote Sizilianer

Halbblutorange „Tarocco“ bekommt ihre rote Farbe vom besonders kalkhaltigen Boden

Tino Santangelo verkauft auf dem Wochenmarkt Blutorangen aus seiner Heimat Sizilien.

Sie sind saftig, aromatisch und farbenfroh, sie versüßen die kalte Jahreszeit, sie schmecken total lecker und sie enthalten viele gesunde Inhaltsstoffe, allen voran Vitamin C. In 100 Gramm Fruchtfleisch stecken rund 50 Milligramm Vitamin C – mehr als die Hälfte des empfohlenen Tagesbedarfs. Es gibt also viele gute Gründe, regelmäßig Orangen zu essen. Besonders wohltuend sind sie bei nasskaltem Wetter, helfen sie doch, das Immunsystem zu stärken. Wie gut, dass es die Natur so eingerichtet hat, dass in den südlichen Ländern im Winter die Orangen reif sind und geerntet werden. Frisch gepflückt gelangen sie dann in die nördlichen Länder, wo sie zum Verkauf angeboten werden. Auch auf dem Wochenmarkt haben „Washington“, „Navelina“, „Valencia“ & Co. derzeit Hochsaison. Ebenso Blutorangen aus Sizilien. Am Obst- und Gemüsestand der Familie Santangelo wird unter anderem die Sorte „Tarocco“ angeboten – die beliebte italienische Halbblutorange, die rund um den Ätna gedeiht. „Die schmeckt am aromatischsten“, schwärmt Tino Santangelo. Der Händler weiß, wovon er redet, stammt die Familie Santangelo doch aus der sizilianischen Provinz Catania – der „Hochburg“ der Blutorangen.

Die Sizilianer lieben Tarocco aber nicht nur, weil sie aus ihrer Heimat stammt, sondern auch, weil sie nicht so zuckrig schmeckt. Mit ihrem ausgewogenen Zucker-Säure-Verhältnis zählt sie zu den beliebtesten sizilianischen Orangen. Ihr rotes Fleisch und die roten Bäckchen bekommen die Blutorangen von dem besonders kalkhaltigen Boden und vor allem wegen der starken Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht. Je unterschiedlicher die Temperaturen vom Tag zur Nacht sind, desto stärker fällt die Rotfärbung aus. Je tiefer das Rot, desto süßer die Orange. Der Grund für das Rot sind die wasserlöslichen Pflanzenfarbstoffe Antocyane, die unter anderem auch Brombeeren und Rotkohl die tiefrote Farbe geben. Bleiben frostige Nächte und sonnige, warme Tage im Winter aus, bleibt das Fruchtfleisch der Blutorangen hell.

Orangen, auch Apfelsinen genannt, stammen ursprünglich aus China, denn das Wort „Apfelsine“ bedeutet „Apfel aus China“. Sie sind ein idealer Snack, der roh verzehrt am besten schmeckt. Orangen verfeinern aber auch herzhafte und süße Gerichte, Kuchen sowie Torten. Richtig lecker schmeckt beispielsweise „Orangenreis“, den auch Kinder mögen.

Zutaten für vier Personen: 150 Gramm Langkornreis, 100 Gramm Butter, einen halben Liter Wasser, Salz, zwei Orangen, 50 Gramm gehackte Mandeln, eine Prise Ingwerpulver, 100 Gramm Rosinen, Zucker nach eigenem Geschmack, eine Messerspitze Safranpulver.

Zubereitung: Den Reis waschen und abtropfen lassen. Butter in einem Topf erhitzen und den Reis darin vier Minuten anrösten. Wasser zugießen. Salzen. Orangen waschen und schälen. Wer möchte, kann die weiße Haut entfernen. Sie enthält allerdings auch gesunde Inhaltsstoffe. Fruchtfleisch in etwa drei Zentimeter große Stücke schneiden. Orangenstücke und Mandeln zum Reis geben und etwa 20 Minuten bei kleiner Hitze quellen lassen. Bei Bedarf etwas heißes Wasser nachgießen. Rosinen waschen, abtropfen lassen. Kurz vor dem Garwerden mit Zucker, Ingwer und dem Safran zum Reis geben. Wer den Reis schön geschmeidig schätzt, sollte zum Schluss etwas frisch gepressten Orangensaft zugeben. Orangenreis ist eine etwas außergewöhnliche Beilage zu kurz gebratenem Fleisch, schmeckt aber auch lecker als Dessert.

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