Der Klassiker

Im Winter führt kein Weg am vielseitigen und vitaminreichem Grünkohl vorbei

Auf dem Wochenmarkt gibt es nun frischen Grünkohl aus regionalem Anbau, beispielsweise bei Ralf Schreeck.

Mit dem Einzug der kälteren Jahreszeit lässt auch er sich wieder blicken – der schmackhafte Grünkohl, der nun auf dem Wochenmarkt aus regionalem Anbau erhältlich ist. Beispielsweise am Stand von Ralf Schreeck. „Früher wurde Grünkohl erst geerntet, nachdem er ordentlich Frost abbekommen hatte, aber das ist heutzutage anders“, erklärt der Obst- und Gemüsehändler aus Gehrden. Die Neuzüchtungen schmecken auch ohne Frost, was auch von seinen Marktkollegen bestätigt wird.

In Deutschland gilt Grünkohl als klassisches Wintergemüse, das vielen nur dann schmeckt, wenn „ordentlich Fett dran ist“. Der grüne Klassiker wird am liebsten in Brühe und Schmalz gekocht, mit Kassler, Kohlwurst, Bregenwurst, Pinkel oder Mettenden in ein deftiges Gericht verwandelt. Wer das nicht mag, verzichtet lieber auf Grünkohl. Und das ist schade, denn in dem Kohl stecken nicht nur viele gute Eigenschaften, er lässt sich auch auf andere Weise vielfältig zubereiten. Nicht nur im frostigen Winter: In Amerika, England und Australien beispielsweise schmeckt er das ganze Jahr über und beinah zu jeder Tageszeit – zum Frühstück als Saft mit Zitrone, Apfel, Ingwer und Minze verfeinert, zum Mittag zur Suppe verarbeitet und zum Abend als Salat.

Grünkohl, aus dessen Blättern auch Chips im Backofen hergestellt werden können, enthält jede Menge Vitamine A, C und K, wichtige Mineralstoffe wie Kalium, Eisen und Magnesium sowie Lutein, das gut sein soll für die Sehkraft. Auch Ballaststoffe und Aminosäuren sind enthalten in dem unschlagbaren gesunden Gemüse, das pur genossen nur mit 49 Kalorien pro 100 Gramm zu Buche schlägt.

Die „Lippische Palme“, wie das Wintergemüse in Ostwestfalen-Lippe genannt wird, schmeckt aber auch lecker in Verbindung mit Spiegeleiern. Hört sich ungewöhnlich an, ist aber einen Versuch wert.

Grünkohl mit Spiegeleiern

Zutaten für vier Personen: 2000 Gramm frischen Grünkohl, zwei Liter Wasser, Salz, 100 Gramm durchwachsenen Speck, zwei Zwiebeln, gut ein Viertelliter Fleischbrühe, Pfeffer, eine Prise Muskat, eine große Kartoffel, 40 Gramm Schinkenspeck und vier Eier.

Zubereitung: Grünkohl von den Stielen streifen und waschen. Wasser in einem großen Topf aufkochen und salzen. Den Kohl zehn Minuten darin kochen und dann auf einem Sieb abtropfen lassen, anschließend klein hacken. Den Speck würfeln und in einem Topf glasig werden lassen. Zwiebeln schälen, fein hacken und im Speck glasig werden lassen. Kohl zufügen und unter Rühren fünf Minuten durchschwitzen lassen. Mit heißer Fleischbrühe aufgießen. Mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen. Etwa 60 Minuten köcheln lassen. Kartoffel schälen, waschen, reiben und in den kochenden Kohl rühren. Fünf Minuten kochen lassen, dann in eine Schüssel geben und warm stellen. Schinkenspeck in dünne Scheiben schneiden, in einer Pfanne auslassen, Eier aufschlagen und daraufgleiten lassen. Salzen und pfeffern und etwa sechs Minuten stocken lassen. Eier dann auf dem Grünkohl anrichten.
Als Beilage eignen sich beispielsweise Bratkartoffeln oder deftiges Bauernbrot. Ein Bier dazu, und fertig ist eine leckere Mahlzeit. Wer es vegetarisch mag, verzichtet auf den Speck und nimmt geräucherten Tofu.
Wer wenig Zeit zum Kochen hat, kann natürlich auch tiefgefrorenen Grünkohl verwenden. Grünkohl aus dem Glas geht auch, ist aber geschmacklich nicht so intensiv

 

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