Die königliche Nuss

Gesund und knackig: Die Herbstfrucht hat jetzt Hochsaison

Hartwig Fischer hat Walnüsse aus dem eigenen Garten im Sortiment.

Wenn es draußen kälter wird und die dunkle Jahreszeit die Oberhand gewinnt, ist es drinnen umso behaglicher. Besonders abends bei Kerzenschein. Vielleicht noch eine Knabberei gefällig? Es müssen aber nicht immer Chips, Erdnussflips oder Salzstangen sein – es geht auch viel gesünder. Die viel bessere Alternative sind Nüsse. Beispielsweise Walnüsse. Klar, in den Supermärkten werden sie geschält in Tüten verpackt das ganze Jahr über angeboten, meist aus Kalifornien importiert. Wer die „Juglans regia“– die „Königliche Nuss“ – aber frisch geerntet aus regionalem Anbau knabbern möchte, sollte jetzt zugreifen.

Auf dem Wochenmarkt werden Walnüsse derzeit an einigen Obst- und Gemüseständen angeboten. Unter anderem bei Hartwig Fischer aus Haverbeck. Im September sei mit der Ernte begonnen und die Nüsse dann auf dem Dachboden getrocknet worden. „Dem Knacken steht nun nichts mehr im Weg“, sagt der Händler mit einem Schmunzeln. Einmal dabei, rät er, gleich eine größere Menge zu knacken, um sie dann einzufrieren. Ausgepulte Nüsse eignen sich nämlich hervorragend zum Einfrieren, sodass der gesunde Knabberspaß bis in das Frühjahr hinein gewährleistet ist. Und noch ein Tipp aus dem Hause Fischer: Gedünsteten Rosenkohl mit gerösteten Walnussstückchen verfeinern. „Das schmeckt uns am besten zu Weihnachten“, betont der Händler.

Gesund sind Walnüsse allemal. Auch Eichhörnchen scheinen das zu wissen, denn sie lieben die knackigen Herbstfrüchte. Walnüsse sollen sogar einen ganzen Pillenkoffer ersetzen können, wie der Volksmund sagt. Sie enthalten einen sehr hohen Gehalt an einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Zwar ist ihr Fettanteil von über 60 Prozent ziemlich hoch, was sie kalorienreich macht. Die Kalorien sind aber gut investiert, denn die Nuss enthält viele Vitamine und Mineralstoffe. Unter anderem kommen in der Walnuss die Vitamine der B-Gruppe sowie die Vitamin A und E und die Mineralstoffe Kalium, Zink, Magnesium, Eisen und Kalzium vor. Der energiespendenden Frucht, die außerdem noch reichlich Omega-3-Fettsäuren enthält, wird nachgesagt, positiv auf Herz und Kreislauf zu wirken und schlechtes Cholesterin zu senken. Um sich mit all diesen guten Eigenschaften zu versorgen, reicht es, täglich fünf bis sieben Nüsse zu essen. Auch als Nerven- und Gehirnnahrung sollen Walnüsse gute Dienste leisten. Versuch macht klug.

Der Name „Walnuss“ stammt von „Welscher Nuss“. Als „Welsche“ wurden früher die Gallier von den Germanen bezeichnet. Die Römer nannten die Nuss „lovis glans“ – die königliche Jupiternuss. Weitere Namen waren „Steinnuss“ und „Christnuss“.

Walnüsse schmecken nicht nur gleich aus der Hand lecker, sondern auch im Kuchen, als Topping im Gemüse, in Desserts oder in Kürbissuppen und sogar kandiert. 200 Gramm geschälte Walnüsse, vier Esslöffel Zucker, etwas Zimt und zwei Teelöffel Wasser in eine für die Mikrowelle geeignete Schüssel geben, abdecken und zwei Minuten bei 600 Watt in die Mikrowelle stellen, herausnehmen, umrühren und weitere zwei Minuten in die Mikrowelle stellen. Herausnehmen und auf Backpapier abkühlen lassen. Fertig.

Rote Bete-Rotkohl-Süppchen mit gerösteten Walnüssen:

Zutaten für 4 Portionen:

700 g Rotkohl, 300 g Rote Bete, 1 Zwiebel, frischer Ingwer,
165 ml Kokosnussmilch,
100 ml Kochsahne, Salz, Pfeffer,
1 Prise Zucker, Zitronensaft, 50 g Walnüsse, 30 g getrocknete Cranberries, Koriander.

Zubereitungszeit circa 45 Minuten.

Rotkohl in Stücke schneiden und entsaften (das ergibt zirka 500 Milliliter). Rote Bete und Zwiebel schälen und grob würfeln. Ein walnussgroßes Stück Ingwer schälen und anschließend fein hacken. Rotkohlsaft, Rote Bete, Zwiebel und Ingwer in einen Topf geben und zugedeckt 30 Minuten kochen. Anschließend in einen Mixer geben, pürieren und zurück in den Topf gießen.
Die Kokosnussmilch und die Kochsahne zugeben und aufkochen. Mit Salz, Pfeffer, Zucker und Zitronensaft abschmecken.

Walnüsse hacken und kurz rösten. Mit den Cranberries mischen. Die Suppe mit der Walnuss-Cranberry-Mischung und nach Belieben mit Koriander garniert servieren.

Tipp: Wer keinen Entsafter hat, ersetzt den Rotkohlsaft durch Rote-Bete-Saft und verfeinert die Suppe mit etwa 100 g Rotkohl aus dem Glas.

Nährwertangaben (pro Portion/Stück)
Energie: 286 kcal/1194 kJ
Eiweiß: 6,6 g
Kohlenhydrate: 28
Fett: 12,8 g

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