Vielseitiger Heilbutt

Er hat wenig Fett und wenig Kalorien, aber wertvolle Proteine und hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren

Händlerin Anke Daniel präsentiert weißen und schwarzen Heilbutt.

Im Meer tummeln sich bekanntlich viele „Delikatessen“. Ein besonderer Leckerbissen ist der weiße Heilbutt. Er kann bis zu vier Meter lang werden und ein Gewicht von 300 Kilogramm erreichen. Kein Wunder, dass er den Ruf hat, der größte Plattfisch zu sein. Trotz seines Namens gehört der Heilbutt aber nicht zur Familie der Butte, sondern zu den Schollen. Im gebratenen Zustand erinnert sein Geschmack tatsächlich an eine Scholle. Allerdings ist sein Fleisch etwas fester. Obwohl er ab und an auch in der Tiefkühltruhe der Supermärkte erhältlich ist, schmeckt er frisch von der Fischtheke am besten. Auch auf dem Wochenmarkt wird er nahezu an jedem Markttag angeboten. Am heutigen Mittwoch beispielsweise gibt es ihn am Stand der Fischräucherei Otto.

„Es ist zwar ein relativ teurer Fisch, hat aber durchaus seine Stammkunden, die nicht auf ihn verzichten möchten“, sagt Händlerin Anke Daniel. Derzeit sei er besonders köstlich im Geschmack. Mit über 30 Euro pro Kilogramm ist der Heilbutt alles andere als ein Schnäppchen. Auf den Punkt gebracht: Er ist ebenso köstlich wie kostbar. Seine Fans wissen das und genießen den edlen Fisch umso mehr. Der weiße Heilbutt schmeckt nicht nur total lecker, er ist auch sehr gesund. Er hat wenig Fett und wenig Kalorien, dafür aber wertvolle Proteine und einen hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren, viel Jod, Eisen, Selen und Vitamin E. Sein Artgenosse, der schwarze Heilbutt, ist wesentlich fettreicher, was ihn bei Kennern aber gerade deswegen sehr beliebt macht.

Den natürlichen Lebensraum des weißen Heilbutts bildet der Ost- und Westatlantik. Im Ostatlantik ist er von den Küsten der Biskaya bis nach Spitzbergen sowie von der Barentssee über Island bis nach Grönland im tiefen, kühlen Nordmeer zu finden. Im Westatlantik erstreckt sich seine Heimat vom südwestlichen Grönland und dem kanadischen Labrador bis nach Virginia (USA). Dort hält er sich in Tiefen von 50 bis 2000 Metern bei Temperaturen zwischen zwei und acht Grad über dem Grund auf, wie der Home page der Fischmanufaktur „deutschesee“ zu entnehmen ist.

Norwegischen Legenden nach soll er ein Geschenk der nordischen Götter sein. In manchen Gegenden wird der weiße Heilbutt nur an Feiertagen gegessen. Das könnte übrigens auch seinen Namen erklären. Heilbutt nämlich kommt von dem Mittelenglischen Wort „haly-butte, was so viel bedeutet wie „Der Plattfisch, der an Feiertagen gegessen wird“. Um eine Überfischung zu vermeiden, wird der weiße, schwer zu fangende Heilbutt mittlerweile auch gezüchtet.

Der frische weiße Heilbutt eignet sich zum Kochen, Braten und Grillen. Wer ihn ohne viel „Schnickschnack“ essen möchte, sollte eine Kräuterbutter dazu servieren. Besonders lecker ist eine Dill-Senfsoße. Dafür wird eine Senfsoße zubereitet, unter die kurz vor dem Servieren klein geschnittener Dill gemengt wird. Die Soße dann einfach über den gebratenen Fisch geben.

Übrigens: Der nächste Aktionstag auf dem Wochenmarkt findet am kommenden Samstag, 1. Oktober, statt. Er steht unter dem Motto „Kürbis, Kartoffel & Co. – Die Herbstprodukte des Wochenmarktes“.

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