Königin des Sommers

Sonnenblumen auf dem Wochenmarkt / So bleiben sie in der Vase länger frisch

Auf dem Wochenmarkt gibt es derzeit - unter anderem bei Ulrich Sporleder - herrliche Sonnenblumen aus der Region.

Ihr Anblick macht gute Laune, denn sie hat eins der schönsten „Sommergesichter“. Für viele Blumenfreunde ist sie die Königin der Sommerblumen. Egal, ob mit großer oder mit kleiner Blüte – die Sonnenblume wirkt in jeder Größe majestätisch.

Immer darauf bedacht, ihre Blüte der Sonne zuzuwenden, entgeht ihr kaum ein Sonnenstrahl – gerade so, als würde sie den afrikanischen Spruch kennen: „Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich.“ Sonnengelb lenkt sie auf den Feldern die Blicke auf sich. Ebenso an den Blumenständen auf dem Wochenmarkt, wo sie derzeit als Schnittblume in üppiger Pracht angeboten wird – mal kombiniert mit anderen Blumen, mal solo, denn auch ohne bunte Gesellschaft ist sie ein Hingucker in der Vase.

Damit sie als Schnittblume mindestens eine Woche hält, empfiehlt Ulrich Sporleder, die Blätter weitgehend, am besten vollständig zu entfernen. Das senke die Verdunstung, die sonst über den Blattflächen enorm wäre und zum vorzeitigen Welken der Blüte beitragen würde. „Außerdem nehmen größere Blätter der Blume die Kraft“, betont der Gärtner. Bevor sie in die Vase gestellt werden, sollten die Stängel der Sonnenblumen mit einem scharfen Messer schräg angeschnitten werden. Dann die Blumen in sauberes Wasser stellen, das unbedingt etwa alle zwei Tage gewechselt werden sollte. Auf ein Blumenfrischhaltemittel verzichtet Sporleder. Außerdem rät er, Sonnenblumen in der Vase nicht der Wärme oder direkter Sonne auszusetzen.

Botanisch betrachtet gehören „Helianthus“ zur Familie der Korbblütler. Ihr Name setzt sich aus den griechischen Wörtern „helios (Sonne) sowie „anthos“ (Blume) zusammen. Besonders die Blüten größerer Exemplare erinnern tatsächlich an eine Sonne. Um ihren Namen rankt sich eine schöne Geschichte aus der griechischen Mythologie.

So soll sich ein Mädchen namens Clytia in den Sonnengott Helios verliebt haben, der ihre Liebe jedoch nicht erwiderte. Ihre Liebe war so groß, dass sie sich auf einen Felsen setzte und ihren Schwarm unentwegt beobachtete – sich verzehrend der Sonne zugewandt. Nach neun Tagen sollen die Götter mit ihr Erbarmen gehabt haben. Sie ließen ihr Herzeleid zu gelben und braunen Farben werden und verwandelten Clytia in eine Blume, die ihre Blüte stets der Sonne zuwendet – in eine Sonnenblume.

Ursprünglich stammt die Sonnenblume aus Peru und Mexiko. Im 16. Jahrhundert wurde sie von spanischen Seefahrern nach Europa gebracht.

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