Einfach beerig

Auf dem Kuchen oder pur genießen: Jetzt gibt’s frische Früchte

Ralf Schreeck mit seinem beerigen Sortiment

Immer „beeriger“ wird es auf dem Wochenmarkt. Mittlerweile ziehen an den Obstständen nicht nur Erdbeeren die Blicke auf sich, sondern auch Himbeeren, Brombeeren und Heidelbeeren. Einige Händler hatten gestern auch Stachelbeeren im Sortiment – die Frucht, die für ein erfrischend-saures Essvergnügen sorgt, derzeit aber trotzdem nicht auf der „Bestsellerliste“ steht. „Stachelbeeren sind bei vielen Kunden nicht mehr modern“, betonte Obst- und Gemüsehändler Ralf Schreeck. Die Nachfrage halte sich in Grenzen. Himbeeren hingegen seien nach wie vor das Lieblingsfrüchtchen des Sommers.

Prall und leuchtend rot – so sollte sie aussehen, die ideale Himbeere. Klar, dass sie auch süß sein muss. Wer sich mit frisch gepflückten Beeren der Hirschkuh auf dem Wochenmarkt eindeckt, wird garantiert nicht enttäuscht. Die ursprünglich aus dem Orient stammende Frucht erfüllt ihre Erwartungen vorbildlich. Die zur Familie der Rosengewächse zählende Frucht schmeckt aber nicht nur lecker, sie steckt auch voller gesunder Inhaltsstoffe. Unter anderem enthält sie viel Vitamin C, Vitamine der B-Gruppe sowie Mineralstoffe wie Phosphor, Kalzium, Magnesium und Eisen sowie ätherische Öle. Außerdem ist der ideale Sommer-Snack mit 53 Kalorien pro 100 Gramm kalorienarm. Auch Hirschkühe, zumindest zur Zeit der alten Germanen, sollen einst den Geschmack von Himbeeren geschätzt haben. Sie wurden deshalb als Beere der „Hinde“ (Hirschkuh) bezeichnet. Die Römer hingegen meinten, die Beere stamme aus Kreta vom Berg Ida und gaben ihr den Namen „Idaeus“.

Nicht weniger gesund sind Stachelbeeren. Schade, dass die meisten Kunden ihnen wenig Beachtung schenken. Kenner hingegen halten sie für „echte Wunderkugeln“, da sie sehr viel Vitamin C enthalten, sich gut als Kuchenbelag, für Marmelade und zum Einkochen eignen, aber auch roh lecker schmecken. Dass sie nicht so süß sind wie Himbeeren, hat einen besonderen Reiz, denn sauer soll bekanntlich lustig machen.

Mit Stachelbeeren lassen sich auch schmackhafte Desserts zaubern. Beispielsweise das in England beliebte „Stachelbeer-Sahne-Dessert“, genannt „Gooseberry Fool“. 500 Gramm Stachelbeeren waschen, putzen, noch mal abspülen und abtupfen. Ein achtel Liter Wasser mit 250 Gramm Zucker in einem Topf aufkochen. Stachelbeeren darin zehn Minuten bei mittlerer Hitze ohne Deckel köcheln lassen. Dann durch ein Sieb in eine Schüssel passieren, ein achtel Liter Sahne in einer Extraschüssel steif schlagen und unter die Stachelbeermasse ziehen. In sehr gut gekühlte Gläser füllen und servieren. Richtig gut gekühlt schmeckt das Dessert am besten.

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